Logo

 


175 Jahre Adler-Apotheke in Pankow

Das nördlich von Berlin gelegene Dorf Pankow zählte 5900 Einwohner, wurde in der Sommerzeit zunehmend von vielen Gästen aus Berlin aufgesucht, gut Situierte, wie Brose, Fetschow oder Killisch von Horn, hatten sich dort Sommerresidenzen errichtet, als 1838 der Berliner Polizeirat Altmann vorschlug, hier eine Apotheke einzurichten. Sein Sohn, der Apotheker Carl Louis Theodor Altmann, erhielt 1839 die Konzession, erwarb das ehemalige Amtshaus des Lehnschulzengutes an der Ecke des Berliner Wegs, der heutigen Berliner Straße, zur Dorfstraße, jetzt Breite Straße, und eröffnete in dem Gebäude noch im gleichen Jahr die Adler-Apotheke.

1853 tauschte Altmann mit Hermann Otto Kluge die Adler-Apotheke und gegen dessen Engel-Apotheke am damaligen Berliner Ziethenplatz. Kluge war bekannt als Förderer des Schul- und Klassenturnens. Er war Mitglied der Turngemeinde Berlin, für die er auch 2 Turnhallen errichtete.

1856 wurde Heinrich Gustav Eugen Sinogowitz Besitzer der Adler-Apotheke. Ihm folgte 1864 Emil Jäckel, der ihr eine Anstalt für künstliche Mineralwässer angliederte. 1877 übernahm sie Albert Alexander Senff bis 1879, dessen Nachfolger Lorenz Leopold von Donop bis 1881 war. Eugen Benno Herford hatte die Apotheke nur vom Januar bis April 1882 in Händen, die im Mai des selben Jahres Konstantin Heinersdorff übernahm.

Nachdem er 1886 mit seiner Dissertation "Abbau der Laurinsäure bis zur Caprinsäure" an der Universität Freiburg promoviert wurde, übernahm Dr. Paul Ehestädt noch im gleichen Jahr die Adler-Apotheke. 1891 ließ Ehestädt, inzwischen auch Gemeindevertreter in Pankow, das alte eingeschossige Haus, das an der Berliner Straße bis zur Bordschwelle reichte, abreißen und durch einen dreigeschossigen Neubau im Stil der Gründerzeit ersetzen. 1897 verkaufte er die Apotheke "wegen andauernder Krankheit und mit Rücksicht darauf, dass ich den Winter an der Riviera zubringen soll" an Paul Riemann, dem 1912 Carl Teschner folgte, der sie zeitweilig in "Teschner-Apotheke" umbenannte.

Teschner überließ 1937 die Adler-Apotheke seinem Schwiegersohn Heinz Höhne, der u. a. "Hoch auf dem gelben Wagen" komponiert hat.

1946 erwarb Konrad Krüger die Konzession der Adler-Apotheke, die dann 1960 vom Rat des Stadtbezirks Pankow übernommen wurde.

Ab 1962 leitete sie Joachim Rumsch. Unter ihm wurde 1979 das 150jährige Bestehen der Adler-Apotheke begangen, obgleich sie erst 140 Jahre vorher gegründet worden war. Die Konzessionsurkunde der Apotheke verbrannte 1945, und die weiteren Unterlagen im Westberliner Landesarchiv waren für die DDR nicht zugänglich.

1986 trat Jürgen-Peter Kayser die Nachfolge von Joachim Rumsch an. Kayser wurde die Apotheke 1991 von der Treuhandanstalt verkauft. 2002 übergab er sie an Azim Zia, der sie bis 2008 innehatte. Seitdem ist Katharina Marx die Eigentümerin.

Quellen:

Friedhelm Reinhard: Apotheken in Berlin. Von den Anfängen bis zur Niederlassungsfreiheit 1957 Herausgegeben vom Berliner Apotheker-Verein anlässlich seines 275jährigen Jubiläums. Govi-Verlag Eschborn (1998)

Landesarchiv Berlin B Rep. 12 Acc. 3204 Nr. 908;Apothekenakten 1740-1974













Impressum